Noch bis zum 3. Mai 2026 präsentiert sich das legendäre LWL-Museum Henrichshütte in Hattingen als außergewöhnlicher Hotspot für zeitgenössische Kunst. 77 Künstler präsentieren über 600 Werke auf mehr als 3.000 qm Ausstellungsfläche – mitten im beeindruckenden historischen Industrie-Ambiente. Zwischen monumentalen Maschinen und rauer Industriekulisse entfaltet sich ein einzigartiger Dialog zwischen der Kunst und Geschichte des Ruhrgebiets.
https://revierkunst.com
Die Besucher dürfen sich auf eine vielseitige Ausstellung mit Malerei, Skulpturen, Installationen, Streetart, digitaler Kunst und Video-Installationen freuen. Das Spektrum reicht von modernem Realismus bis zur Abstraktion.
Ein besonderes Merkmal der Revierkunst: Die Künstler sind an den Wochenenden persönlich vor Ort. Ich nutzte die Gelegenheit, um mit Sandra König ein Gespräch zu führen. Die Künstlerin aus Kreuztal (Siegerland) ist zum ersten Mal dabei. Ein Traum wurde wahr…

Sandra, wie bist du zur Kunst gekommen?
Sandra König: Schon als Kind war ich begeistert vom Malen und kreativem Gestalten. Nach der Schule absolvierte ich zunächst ein Grafikdesign-Studium und wollte Illustratorin werden. In der Tat habe ich damals auch ein Kinderbuch illustriert. Nach der Arbeit in Agenturen habe ich das Malen an der Uni und durch die Teilnahme an diversen Workshops weiterentwickelt. Im Oktober 2004 habe ich dann meine Malschule in Kreuztal eröffnet. Zunächst habe ich Kinder unterrichtet, dann auch immer mehr Erwachsene.
Du warst nicht nur in Kreuztal unterwegs, richtig?
Sandra König: Das stimmt. Ich habe viel auf Borkum gemalt. Dort habe ich unter anderem mit einem ortsansässigen Raumausstatter zusammengearbeitet. Er hatte meine Bilder über eine Ferienwohnung entdeckt. Das waren damals vor allem Aquarelle mit Bezug zur Insel, die er in seinem Geschäft ausgestellt und verkauft hat.
Dein Stil heute ist aber anders…
Sandra König: Ja, ganz anders. Ich stelle hier in Hattingen einen Teil meiner gemalten Collagen aus. Um diese großformatigen Bilder zu malen, gestalte ich zunächst eine kleine Collage auf 15 x 15 cm. Diese dient mir dann als Vorlage für die Leinwand. Ich arbeite mit Acrylfarben und plakativen Farbkontrasten. Vor allem Muster und Dessins der 50/60er-Jahre wie Polka Dots gefallen mir sehr gut.
Was sagen deine Bilder aus?
Sandra König: Meine Bilder strahlen eine gewisse Fröhlichkeit aus. Das liegt auch an den kräftigen Farben und mutigen Farbkontrasten. Die starken Farben leuchten vor grafisch anmutenden Schwarz/Weiß-Hintergründen. Modern und Alt setze ich in einen überraschenden Kontext. Ich liebe das Spiel mit Dimensionen: Zum Beispiel eine Teekanne im 60er-Jahre Scandi-Stil in überdimensionaler Größe, vor der eine Frau im 60er-Jahre Stil mit Polka Dot-Dress kniet. Außerdem beinhalten meine Bilder immer ein Stück eines Kalenderblatts. Diese Ausschnitte symbolisieren Zeit und Vergänglichkeit.

Du bist zum ersten Mal bei der Ausstellung Revierkunst dabei. Was bedeutet das für dich?
Sandra König: Das bedeutet mir alles. Das ist wie ein Jackpot. Einmal dabei sein… das war immer mein großer Traum. Als ich die Zusage erhalten habe, hier ausstellen zu dürfen, war das für mich das größte Weihnachtsgeschenk überhaupt. Ich liebe die Atmosphäre, diese besondere Spannung, die hier inmitten von altem Industriegemäuer und zeitgenössischer Kunst entsteht. Das ist fantastisch!

Jule Companie wurde mit dem Künstlerpreis ausgezeichnet

